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Dienstag, 3. April 2018

Der ewige Kampf gegen das Unkraut

Für Ende März habe ich mir vorgenommen "unkrautfrei" zu sein. Das bedeutet, dass alle Beete und die Wege einmal von Unkraut bereit sein sollen und gut durchgeharkt wurden. Es soll den Grundstein für die neue Anbausaison legen und den Kampf in den wärmeren Monaten etwas weniger beschwerlich machen.

Bei mehr als 600 qm ist das eine echte Herausforderung, der ich mich in den letzten Wochen, so wie das Wetter es zuließ, immer wieder gestellt habe. Dazu gehört unter anderem auch ein neues Vorgehen, welches vorsieht, zunächst einmal alles gründlich zu lockern und von grobem Unkraut zu befreien. Dann wird das Beet einige Zeit ruhen gelassen und noch einmal gründlich geharkt und von verbliebenem Unkraut befreit. Erst danach wird gepflanzt oder gesät.
Ich erhoffe mir davon, dass das übriggebliebene und neu gekeimte Unkraut leichter entfernt werden kann und die Unkrautlast bei keimendem Gemüse verringert wird. Denn besonders das Jäten zwischen grade aufgegangenen Gemüse ist besonders beschwerlich.

Wir behalten das Mulchen weiterhin bei, besonders bei den Dauerkulturen an den Seiten hat sich das Mulchen besonders bewährt.
Außerdem habe ich entschieden an den Obstbäumen von Stroh auf Rindenmulch umzusteigen. Der bleibt etwas besser liegen, sieht ordentlicher aus und enthält keine Samen. Mehrjährigem Unkraut wird man leider nur durch Entzug von Licht und regelmäßigem Entfernen Herr. Deshalb habe ich einen Teil des Weges am Obstbaumspalier entlang mit einer dicken lichtundurchlässigen Folie ausgelegt. Sobald das Unkraut darunter ausreichend geschwächt ist, wird ordentlich gemulcht.

Noch habe ich das Gefühl auf einem guten Weg zu sein und bin vor allem zufrieden damit wie sich unsere Bodenstruktur entwickelt. Man kann einen deutlichen Unterschied zwischen erst letztem Jahr angelegter Beetfläche und bereits zwei Jahre bestehenden Beeten erkennen. Zum einen gibt es riesige optische Unterschiede und zum anderen ist der bearbeitete Boden lockerer und viel weniger klebrig.
Optisch ist der bearbeitete Boden etwas dunkler und wirkt nicht wie eine undurchdringliche Schicht aus gelblichem Lehm. Beim Aushub unseres Geräteschuppens waren einige Schubkarren voll Erde angefallen, diese Erde kann man auf den Beeten immer noch leicht identifizieren.

Besonders nervig sind stark überwucherte Flächen zu reinigen. Man drückt sich lange vor der Aufgabe und natürlich ist es dann auch noch mühsamer als auf den gut gelockerten und relativ unkrautarmen Flächen.
Von dem Beet hinter unserem Schuppen habe ich deshalb ein Bild von "vorher" eingefügt. Ich hoffe, ich werde es dieses Jahr schaffen etwas weniger nachlässig zu sein. Es befinden sich nämlich einige wertvolle und vielversprechende Kulturen auf diesem Beet. Darunter Feigen, Granatapfel und Beinwell. Gepflanzt werden sollen hier noch einige Blumen um ein pflegeleichtes Beet zu erzeugen. Außerdem werde ich hier beim nächsten Rasenschnitt noch dick Mulchen, um die Erde zu verbessen und das Unkraut zu unterdrücken.

 

In mit unseren Beeten bin ich sehr gut vorangekommen. Fünf der sechs Beete sind von Unkraut befreit und teils schon eingesät. Ein kleines Problem hierbei ist allerdings die durchgängige Bewirtschaftung unserer Beete. Dadurch blockieren einige Kulturen aktuell noch Beetfläche. Entfernen kann ich diese aber natürlich nicht, wenn ich sie noch essen möchte.



Es fehlt noch das diesjährige Maisbeet, welches ich in den nächsten zwei Wochen für die neue Einsaat Mitte April vorbereite. Nach ein bis zwei trockenen Tagen ist das in der Regel eine schnelle Aktion und trägt zur Befüllung unserer Komposthaufen bei.
 
Leider habe ich es nicht geschafft den diesjährigen Kartoffelacker fertig zu jäten. Das Unkraut ist ziemlich abschreckend und der Boden nicht ganz so schön locker wie gehofft. Die "Deadline" ist ebenfalls für Mitte April angesetzt, was sich gefühlsmäßig gut bewerkstelligen lassen wird.
Dafür habe ich die beiden anderen Äcker fertiggestellt und muss nun nur noch regelmäßig hacken und säen.


Auch die restlichen Seitenbeete und die Kräuterspirale habe ich von Unkraut befreiten können. Dabei habe ich einige schöne Überraschungen erlebt. Die beiden Rhabarberpflanzen haben überlegt und treiben zur Zeit aus. Hoffentlich können wir dieses Jahr schon einige leckere Stangen ernten.


Zusätzlich habe ich angefangen das Obstspalier mit Rindenmulch zu mulchen. Das soll bei der langfristigen Unkrautbekämpfung helfen. Den Mulch kaufen wir in den nächsten Wochen nach und nach, so wie wir Zeit haben. Hoffentlich sieht der Garten dann auch noch etwas ordentlicher aus.

Dienstag, 13. März 2018

Arbeiten im März 2018

Der März ist der erste Monat, in dem man die Veränderungen in der Natur deutlich erkennen kann. Wir haben die ersten Knospen, neue Blätter und frische Triebe entdeckt.

Außerdem ist es der Monat, in dem man den Grundstein für das kommende Gartenjahr setzt. Jedenfalls so, wie das Wetter es zulässt. Die Beete müssen nun gesäubert und für die Pflanzung vorbereitet werden. Wer im Herbst noch keinen Kompost ausgebracht hat, sollte es jetzt tun.
Wie man seine Beete vorbereitet ist sehr unterschiedlich. Bei uns kommen vor allem die Hacke, "Sternfräse mit Jätemesser", Bügelzughacke und der Drehkultivator zum Einsatz.
Wir graben nicht um und düngen nicht aufwendig. Dadurch sparen wir uns zwei Arbeitsschritte.


Nachdem die Erdoberfläche von Unkraut befreit, mit Kompost versorgt und fein gekrümelt wurde, möchte ich dieses Jahr 1 bis 2 Wochen warten. In der Zeit keimen noch vorhandene Unkrautsamen und Unkraut, welches die Vorbereitung überlebt hat, zeigt sich wieder.
Nach erneuter Säuberung wird dann gepflanzt oder gesät. Mulch bleibt in der ersten Jahreshälfte den Obstbäumen vorbehalten.

Unsere Kompost- und Mulchstrategie hat bisher sehr gute Ergebnisse gezeigt. Auf den Beeten haben wir kaum noch Unkraut (verglichen mit dem Zustand vor 2 Jahren) und der Boden ist locker genug um ihn mit der Hacke zu lockern.

Etwas schlechter sieht es auf dem Acker aus. Besonders an den Rändern erobert sich das Unkraut seinen Lebensraum schnell zurück. Das ändert sich hoffentlich noch in den nächsten Jahren. Dort kommt der Drehkultivator noch zum Einsatz.


Diesen Monat werden schon einige Beete bepflanzt bzw. eingesät, wenn das Wetter es zulässt. Dazu gehören die Folgenden:
  • Pastinaken
  • Dicke Bohnen
  • Erbsen
  • Zuckererbsen
  • frühe Karotten
  • Süßlupine
  • Frühe Kohlsorten
  • Salat
  • Steckzwiebeln und Knoblauch
  • Auspflanzen der gesäten Zwiebeln und Frühlingszwiebeln
  • Frühkartoffeln
Jetzt beginnt auch die Zeit, in der ich mich wieder mehr um den Garten kümmern muss bzw. will. Ich versuche nun auch einmal unter der Woche in den Garten zu fahren und mich um die Beetvorbereitungen und das Säen / Pflanzen zu kümmern.
Besonders wenn es etwas wärmer wird, nimmt das Wachstum des Unkrauts richtig Fahrt auf. Dagegen gilt es anzugehen. Außerdem können wir uns nicht darauf verlassen, dass das Wetter am Wochenende gut genug ist, um alles zu schaffen.

Außerdem sollte man jetzt mit den Anzuchten von wärmeliebenden Kulturen beginnen. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Temperaturen nicht zu stark schwanken und die Erde nicht austrocknet. Effektiv dafür sind natürlich kleine Anzuchtgewächshäuser. Die bekommt man schon für kleines Geld im Internet oder Gartenhandel. Eine wirklich lohnenswerte Investition.

Bei uns im Garten stehen noch einige Umbauarbeiten an. Damit können wir nun endlich weiter machen. Wenn wir dort ein paar nennenswerte Fortschritte erzielen konnten. Werde ich euch daran teilhaben lassen.

Generell kann man nun übrigens auch noch Beerensträucher und Blumenzwiebeln pflanzen. Für wurzelnackte Obstbäume ist es jetzt schon fast zu spät. Topfware kann aber das ganze Jahr über gepflanzt werden.

Montag, 19. Februar 2018

Beetvorbereitung und das "hungry gap"

Letztes Jahr ist unsere Erdmiete nicht mehr fertig geworden und wir können wahnsinnig froh sein, dass wir einen sehr milden Winter hatten, der unser auf dem freien Feld überwintertes Gemüse, nicht allzu stark angegriffen hat.
Nun haben wir es letztes Jahr aber zum ersten mal geschafft unsere Beete über den Winter bestellt zu lassen. Es befinden sich noch Rote Beete, Knollen-, Stangen- und Blattsellerie, Porree, Fenchel, Knoblauch, Zwiebeln, Feldsalat, Romanasalat, verschiedenste Kohlsorten, Radicchio, Karotten und Kerbel auf den Beeten. Das ist eine ganze Menge, was wir natürlich auch noch für die Überbrückung des "hungry gap" brauchen.

Wörtlich übersetzt heißt hungry gap "hungrige Lücke oder Zwischenraum" und beschreibt die Zeit im Jahr, wo zwar schon fleißig gepflanzt wird, aber eigentlich nichts frisches mehr zu ernten auf dem Feld ist. Das trifft in vielen Gegenden Europas auf die Monate Februar/März bis Mai/Juni zu und liegt vor allem daran, dass die Pflanzen durch die verbesserten Licht und Wärmeverhältnisse angeregt werden, zu wachsen und sich zu vermehren. In dieser Zeit muss man also verstärkt auf die angelegten Konserven und Lagerbestände zurückgreifen.

Die Tatsache, dass unsere Beete noch bestellt sind, stellt uns allerdings vor das Problem, die Beete nicht bearbeiten zu können. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Gemüse sukzessive dort abzuernten und einzulagern, wo wir als erstes Säen und Pflanzen müssen.


Gute Lagerbedingungen für das Wurzelgemüse kann man schaffen, indem man einen großen Eimer mit leicht feuchter, sandiger Erde füllt und das Gemüse hinein schichtet. Das geerntete Gemüse trocknet so nicht aus und lässt sich an einem gleichmäßig kühlen, aber frostfreien Ort einige Zeit lagern.
Da wir unsere Beete nun für die neue Saison fit machen müssen, werden wir genau so mit dem Gemüse verfahren, welches uns bei unseren Vorbereitungen im Weg steht.


Etwas weniger klar ist, wie lange die Zwiebeln und Schalotten aus der Überwinterung dieses Jahr brauchen werden. Sie haben bis zur Neubepflanzung der Beete bis etwa Mai Zeit zu reifen. Dann werden sie durch Rote Beete und Fenchel ersetzt. Bis dahin wird nur die zur Zeit nicht bepflanzte hintere Reihe des Beets mit Salat eingesät. Dieser wird ebenfalls Ende Mai abgeerntet sein, sodass das komplette Beet noch einmal gut durchgeharkt werden kann.
Besonders schön ist dabei, dass nicht jedes Beet im März fertig sein muss, sondern der geplanten Bepflanzung entsprechend pro Woche nur 1-2 Beete fertig werden müssen. Gleichzeitig füllen sich unsere Komposthaufen wieder und versorgen uns hoffentlich Ende des Jahres wieder mit Mulchkompost für die Beete der Starkzehrer.

Wie schon in den letzten Jahren, verzichten wir auch dieses Jahr weitestgehend auf die Zugabe gekaufter Dünger an unserem Gemüse. Trotzdem denke ich, dass die Zugaben von etwas Urgesteinsmehl, Kaffeesatz und Kompost in den letzten Jahren viel Gutes für die Fruchtbarkeit unseres Bodens getan hat und werde dies beibehalten. Die Zusätze werden mit einem Drehkultivator in die obere Bodenschicht eingearbeitet und die nicht bepflanzten Bereiche so gut es geht gemulcht.
Anfang des Jahres fehlt es meist noch an Mulchmaterial, was sich schnell ändert sobald der Rasen sprießt.

Montag, 28. August 2017

Obstwiese anlegen

Wie ihr wisst, haben wir eine recht große ungenutzte Fläche am Ende unseres Gartens. Dort haben wir eine ziemlich verunkrautete Wiese, um die wir um am liebsten so wenig wie möglich kümmern. Bisher hatten wir gedacht, wir könnten dort gegebenenfalls noch weitere Reihen Beerensträucher unterbringen. Mittlerweile haben wir uns allerdings entschieden, die Seitenbeete ebenfalls mit pflegeleichten Beerensträchern zu bepflanzen, um etwas mehr Privatsphäre zu schaffen. Dazu haben wir uns aus den Gärten unserer Familien bereits einige Steckhölzer geschnitten. Bald wird noch ein ausführlicher Post dazu folgen.

Nun soll also stattdessen eine Obstwiese angelegt werden. Dafür haben wir uns entschieden auf niedrigstämmige Buschbäume zurückzugreifen. Diese haben den Vorteil, dass wir zum einen eine größere Vielfalt im Garten verschiedener Obstbäume unterbrignen können und zum anderen bequem vom Boden aus ernten können. Zwar haben solche Bäume eine wesentlich geringere Lebensdauer, aber da wir den Garten eh nur gepachtet haben, stört uns das wenig. Auch in den Erträgen unterscheiden sich niedrigstämmige Bäume von Halb- und Hochstämmen. Natürlich sind größere Bäume wesentlich ertragreicher. Ihre Erträge setzen aber auch erst sehr viel später ein.

Gewöhnlich werden Obstbäume entweder ab Oktober oder im sehr zeitigen Frühjahr gepflanzt, wenn sie sich im Ruhestadium befinden. Dies gilt insbesondere für wurzelnackte Bäume. Getopfte Bäume mit Wurzelballen können allerdings das ganze Jahr über gepflanzt werden. Trotzdem ist es sinnvoll, den Bäumen so wenig Stress wie möglich zu bereiten und deshalb die Pflanzung ebenfalls im Herbst oder Frühjahr vorzunehmen.


Pflanzlöcher werden in der Regel etwas früher ausgehoben und die Erde mit reichlich Kompost und gegebenenfalls etwas Dünger verbessert. Bei Gefahr durch Wühlmäuse kann man zusätzlich einen feinen Drahtkorb um die Wurzeln legen, sodass die fragilen Wurzeln der jungen Bäume geschützt bleiben bis sich der Baum etabliert hat.

Die Bäume werden dann so tief eingepflanzt, wie sie auch zuvor in der Erde standen. Dazu wird die Pflanzgrube zunächst nur zur Hälfte wieder zugeschüttet und der Wurzelbereich gut eingeschlämmt. Anschließend wird die Grube ganz geschlossen, noch einmal gut eingeschlämmt und zum Schluss noch etwas Erde auf der Baumscheibe verteilt. Diese sollte jetzt unkrautfrei und feucht gehalten werden. Dabei können z.B. Kokosmatten oder Karton helfen.


Auf unserer Wiese ist Platz für etwa zehn Buschbäume, bei einem Abstand von etwa 3 Metern. Als Anfang haben wir uns dafür entschieden zwei Aprikosen, einen Pfirsich, eine Quitte, noch einen Sommerapfel und eine Süßkirsche zu pflanzen. Alles sollen selbstfruchtbare Sorten sein, zur Not stehen aber in den umliegenden Gärten genug Obstbäume zur Verfügung bei denen sicher der ein oder andere Bestäuber dabei sein wird.

Freitag, 12. Mai 2017

Natürliche Unkrautkontrolle



Zurzeit sind die Wachstumsbedingungen für alle Pflanzen einfach ideal. Es regnet viel, die Temperaturen sind recht stabil bei durchschnittlich etwa 13 °C und die Sonne lässt sich im Wechsel mit dem Regen regelmäßig blicken.

So sehr sich wohl jeder Gärtner über das Wachstum seiner Blumen, Bäume, Büsche, Kräuter und seines Gemüses freut, so überwältigend kann eine plötzliche Unkrautschwemme sein. Viele fühlen sich durch das schnellwüchsige und gefühlt unbezwingbare Unkraut demotiviert und überwältigt. Das muss nicht sein. Jedes Unkraut hat seine Schwachstellen und ist meist genauso pingelig was seine Standortansprüche angeht, wie unsere geschätzten Kulturpflanzen.

Aber warum sollte man Unkraut überhaupt entfernen? Es gibt Gartentheorien, die als Grundlage die kontinuierliche Begrünung der kompletten Nutzfläche anstreben. Dabei wird dann nur kurzfristig ein Stück von Unkraut befreit und die Natur sich dann wieder selbst überlassen. Ich glaube nicht daran, dass eine solche Herangehensweise sinnvoll ist, denn alle Pflanzen konkurrieren mit ihrer Umgebung um Wasser, Licht und Nährstoffe. Besonders unsere Kulturpflanzen sind da häufig nicht sehr Konkurrenzstark und ich müsste geringere Erträge in Kauf nehmen.

Besonders in einem Nutzgarten, welcher intensiv bewirtschaftet und effizient genutzt werden muss, darf das Unkraut niemals überhand gewinnen. Allerdings gewähre ich dem Unkraut gerne auch ein paar Stellen wo es sich (fast) ungehindert ausbreiten kann. Dazu gehören vor allem unsere Rasenflächen. Dort nehme ich es nicht so genau mit Gänseblümchen und Löwenzahn, denn diese Wildkräuter sind wichtig als Nahrungsquelle für Insekten und anderes Getier. Außerdem finde ich den Arbeitsaufwand unverhältnismäßig, da ich mit keinerlei „Ertrag“ rechnen kann.

Mulch entzieht Unkraut das Licht

Weil mir meine Zeit auch zu kostbar ist, auf den Knien durch meine Beete zu robben und jeden Unkrauthalm einzeln zu entfernen, nutze ich alternative Methoden zur Unkrautkontrolle. Eine über die ich schon in früheren Posts berichtet hatte, ist das Mulchen.
Dazu wird der Boden zunächst durch harken von Unkraut befreit. Wurzelunkräuter, mehrjähriges und / oder bereits blühendes Unkraut sollte gründlich entfernt werden. Wenn man besonders von mehrjährigen Wurzelunkräutern geplagt wird, bietet es sich außerdem an, eine Schicht aus Karton oder ein Unkrautvlies auszulegen. Dann wird eine dicke Schicht des Mulchmaterials aufgetragen. Dabei kann es sich z.B. um Pflanzenmaterial, junges Unkraut, Häcksel oder Rasenschnitt handeln. Ein weiterer Nutzen einer solchen Mulchschicht ist natürlich, dass auch das Wasser besser im Boden gehalten wird.

Harken Harken Harken

Hat man grade erst ausgesät und möchte seiner jungen Saat nicht das Licht klauen oder es steht noch kein Mulchmaterial zur Verfügung, bietet es sich an regelmäßig zwischen den Reihen zu harken. Dadurch werden junge Unkräuter entwurzelt und die Erde gelockert. Ich persönlich verzichte danach auf das Aufsammeln des Unkrauts, um den Boden zu Mulchen. Besonders sinnvoll ist es dies an sonnigen Tagen zu machen, sodass das entwurzelte Unkraut schnell vertrocknet und keine Chance hat wieder anzuwurzeln.

Eine weitere Variante um Unkraut zu entwurzeln ist der Gebrauch einer Schuffel oder einer Pendelhacke. Diese schneiden Wurzeln unter der Erdoberfläche ab und erzielen somit den gleichen Effekt wie das Harken mit einem herkömmlichen Grubber, nur dass die Unkrautbekämpfung hier vorrangig vor der Bodenlockerung ist.

Am Ball bleiben

Zuletzt ist vielleicht noch wichtig zu erwähnen, dass vor allem Eins gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Unkraut hilft: Kontinuität. Es reicht meist schon immer mal ein bisschen zu machen, um eine gute Kontrolle zu erzielen. Also sich für einen Tag immer nur ein Beet vorzunehmen. So erlebt man ein Erfolgserlebnis und bei z.B. sechs Beeten ist man in einer Woche unkrautfrei. Danach braucht es immer ein bisschen bis es sich wieder lohnt etwas gegen das Unkraut zu unternehmen. Man sollte vor allem bedenken, dass jedes Unkraut, welches es nicht schafft zu blühen keine Samen für nächstes Jahr hervorbringen kann. Und wenn man zwischen durch immer mal wieder harkt und mulcht, kommt es meist schon gar nicht mehr zum Desaster.

Sonntag, 5. März 2017

Beetvorbereitungen und -bearbeitung im Jahresverlauf

Zum gärtnerischen Erfolg gehört neben einer guten Planung und Kompostwirtschaft auch die Beetbearbeitung. Heute möchte ich gerne erzählen, wie ich meine Beete für verschiedene Zwecke im Jahresverlauf bearbeite.

Frühjahr:
Im Frühjahr müssen die Beete aus ihrem Winterschlaf erwachen. Über den Winter decke ich die Beete so gut ich kann und je nach Verfügbarkeit von Mulchmaterialien mit frischem Kompost ab. Die Reste dieser Bedeckung müssen zunächst einmal entfernt bzw. eingearbeitet werden.
Dazu nutze ich eine einfache Harke, hole größere Pflanzenreste vom Beet und bekomme so Matieral für meine ersten Komposthaufen des Jahres. Die Erde lockere ich oberflächlich und versuche eine möglichst feine, glatte Oberfläche zu produzieren.
Wer mulcht, stellt schnell fest, dass die Erde unter eine guten Mulchschicht durch Regenwürmer und ein reiches Bodenleben auch ohne Umgraben oder gar Fräsen locker und luftig ist.
Zu diesem Zeitpunkt haben sich wahrscheinlich schon die ersten kleinen Unkräuter breit gemacht. Weil die Erde durch die Mulchschicht gelockert ist, lassen sich die meisten Unkräuter sehr leicht entfernen und sogar mitsamt der kompletten Wurzel einfach aus der Erde ziehen. Für jeden, der mühsam seinen Garten in Form gebracht hat und zunächst viel Energie in die erste Anlage der Beete gesteckt hat, ist dies ein Augenblick von unglaublicher Freude. Unkraut sollte an möglichst sonnigen Tagen geharkt werden, damit die Wurzeln direkt austrocknen und die Unkräuter als Beetbedeckung liegen bleiben können. Meiner Erfahrung nach, ist es aber auch wenig problematisch nach einiger Zeit einfach erneut zu harken.

Zuerst wird die winterliche Mulchschicht aufgelockert und dann die groben Stücke abgenommen.
Nachdem die oberste Erschicht glatt geharkt wurde bleibt ein wunderbar feinkrümeliger Boden zurück.
Ist die Erde erst einmal fein geharkt und eben, können noch organischer Bodenverbesserung und Kompost aufgebracht und in die obere Schicht eingearbeitet werden. Weil wir sehr lehmigen und schweren Boden haben, gebe ich gerne etwas Gesteinsmehl und Bodenaktivator auf die Beete auf denen Starkzehrer stehen werden. Abgedeckt wird alles mit Kompost oder Mulchkompost, je nach geplanter Belegung und Verfügbarkeit. Zwar sollte Boden eigentlich nie brach liegen, aber manchmal lässt es sich aufgrund der wenigen Stunden in denen man Zeit hat und das Wetter mal mitspielt nicht immer realisieren.
Es werden Saatrillen gezogen und soweit möglich schon eingesät. Ich versuche mich nicht zu sehr mit Saatterminen zu stressen. Deshalb stelle ich gerne Anfang des Monats eine Liste auf mit Aussaaten, die erledigt werden sollen und hacke sie ab wie ich Zeit finde. Sollte mal das ein oder andere auf der Strecke geblieben sein, ist es kein Problem es eine Woche später nachzuholen.
Im Frühjahr steht in der Regel relativ wenig Mulchmaterial zur Verfügung, alles was sich finden lässt, sollte aber dünn auf den bereiteten Beeten verteilt werden.

Sommer:
Der Sommer ist die Zeit in der alle Pflanzen sprießen. Besonders auch die, welche wir gar nicht so gerne auf den Beeten sehen. Bei uns kommt hinzu, dass sich recht schnell eine harte Lehmkruste auf den Beeten bildet. Die Gefahr solcher Krusten besteht besonders darin, dass der Boden so Wasser schlecht aufnehmen kann und statt die Pflanzen zu tränken Nährstoffe und Wasser einfach weggespült werden.
Um dies zu vermeiden harke und lockere ich den Boden wann immer meine Zeit es zulässt. Dazu benutze ich nicht nur die normale Harke sondern besonders gerne ein Gerät von Gardena. Die "Sternfräse mit Jätemesser" hat zwei Vorteile: Zum einen werden die Wurzeln der Unkräuter unter der Erdoberfläche abgeschnitten und zum anderen die Erde gekrümelt. Das Unkraut lasse ich einfach auf der Erde liegen.
Gartenkrallen
Für feinere Arbeiten benutze ich ein zierlicheres Gerät, eine "Gartenkralle", mit der man viel genauer arbeiten kann. Meine Mutter hat mir dieses tolle Gerät geschenkt und nachdem ich zunächst skeptisch war, hat es sich in der Praxis schnell bewährt. Wie ich im Nachbarsgarten sehen konnte, gibt es dieses Gerät auch in groß. Ich kann mir vorstellen, dass auch das eine Bereicherung für die Gartenarbeit ist.
Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass einige Pflanzen eine solche Kultivierung nicht vertragen. Gurken zum Beispiel sind Flachwurzler, weshalb man ihnen mit bodenlockernden Geräten nicht zu nahe kommen sollte.
Besonders im Sommer ist eine solide Mulchschicht und regelmäßige Lockerung der Erdoberfläche wichtig, um der schnellen Austrocknung des Bodens vorzubeugen. So wird die Erde (also Regenwürmer und Mirkoorganismen) einerseit mit Nährstoffen versorgt, andererseit wird eine schnelle Verdunstung verhindert und Regen abgebremst bevor er auf den Boden aufschlägt und Erde wegschwämmen kann.

Herbst:
Im Herbst wird ein Großteil der Beete nach und nach abgeerntet oder für den Winter neu bepflanzt. Nachdem die Pflanzenreste entfernt wurden lockere ich den Boden gerne noch einmal und mulche dann großzügig.
Als Vorbereitung auf den Winter kann jetzt eine dicke Schicht Mulchkompost aufgetragen werden. Diese dient vor allem dem Schutz vor Erosion und natürlich zur Versorgung mit Nährstoffen. Es wird dazu geraten, Kompost jetzt auch an mehrjährigen Pflanzen und Obstbäumen aufzubringen, damit das Wurzelwachstum gefördert wird und den Pflanzen ein guter Start ins Frühjahr ermöglicht wird.
Alternativen zur dicken Mulchschicht sind z.B. schwarze Folien. Wer wissen möchte, wie das funktioniert, kann sich z.B. folgendes Video von HuwsNursery anschauen.

Winter:
Der Winter räumt der Erde und dem Gärtner eine Verschnaupfpause ein. Sind alle Beete ausreichend abgedeckt, wird der Boden bis ins Frühjahr nicht mehr bearbeitet. Einige Ausnahmen gibt es natürlich. Wer Topinambur anbaut, kann den ganzen Winter über frische Knollen ernten. Dazu muss natürlich die Grabgabel bemüht werden. Um den Schaden für das Bodenleben gering zu halten, decke ich die freigewordene Stelle immer gleich wieder mit etwas Mulch zu oder harke sie zumindest etwas glatt um keine tiefen Krater zu erzeugen.
Auch Wurzelgemüse wie Pastinaken, Karotten und Rote Bete, sowie Porree und Endiviensalate können bei uns noch bis lange in den Winter hinein auf dem Beet verbleiben. Damit die Erde nicht zu sehr gestört wird, steche ich mit der Grabgabel neben der Pflanze ein und bewege den Stiel vor- und rückwärts. Dadurch löst sich die Erde von den Wurzeln der Pflanze und sie kann recht einfach aus dem Boden gezogen werden. Gemulcht wird in solchen Fällen vorwiegend mit den äußeren Blättern der frisch geernteten Pflanzen und Pflanzenresten, die nicht verzehrt werden.