Dienstag, 30. Juli 2019

Status Update Haus

Wie bereits vor einiger Zeit erwähnt, haben wir uns ein Häuschen mit Garten gekauft. Damit es für uns (finanziell) realistisch bleibt, mussten wir natürlich einige Abstriche am Zustand machen. Dass wir renovieren müssen, war uns also sehr bewusst.

Nun haben wir vor etwas mehr als 3 Monaten das Haus übergeben bekommen und seither viel Müll (etwa 15 Tonnen) aus dem Haus getragen. Aktuell sieht es daher echt schlimm aus und es fällt uns mitunter schwer uns vorzustellen, dass es jemals fertig werden wird.
Sonntagnacht haben wir unser erstes Zimmerchen fertig zu bekommen. Nicht ganz ohne Zeitdruck, denn wir mussten bis Ende des Monats unsere Wohnung geräumt haben und das Schicksal hatte sich gegen uns verschworen.

Der Parkettkleber hat nicht gereicht und musste kurzfristig nachbestellt werden. Der gelieferte war dann beim Transport beschädigt worden. Die Farbe unseres Bodens war plötzlich unmöglich fleckig, weil die Beizen unterschiedliche Farbtöne entwickelt hatten und die Sockelleisten haben sich einfach wieder von unseren krummen Wänden gelöst...

Nun sieht der Raum aber trotzdem einigermaßen nett aus:

 


Trotz der vielen Arbeit, wird es immer absehbarer, dass die einzelnen Teile der Baustelle vorankommen. Zum Glück werden wir massiv von Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen dabei unterstützt.

Wie es aber in jedem alten Haus der Fall ist, gab es einige unschöne Überraschungen. Z.B. mussten wir feststellen, dass zwei Innenwände im Fachwerkstil gebaut wurden. Durch bauliche Fehlentscheidungen rottete einer der Balken nun schon einige Jahrzehnte vor sich hin und musste getauscht bzw. aufgemauert werden. Auch war es zur Erbauungszeit des Hauses unüblich eine Bodenplatte zu gießen. Das mussten wir nun kurzerhand nachholen. So konnten wir uns aber immerhin im Beton verewigen :)
Das Dach war leider auch lange Zeit zumindest teilweise undicht, was es nötig machte einen tragenden Balken des Dachstuhl zu erneuern. Außerdem muss das Dach leider nun doch zügig gemacht werden.

Alles in allem, nimmt unser Projekt trotzdem Form an und wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, noch in diesem Jahr mit den wichtigsten Arbeiten am Haus fertig zu werden.

Damit es ein bisschen greifbarer wird, habe ich einige (grobe) Skizzen des Hauses angefertigt. Insgesamt hat das Haus drei ausgebaute Etagen und einen Gewölbekeller. Außerdem eine Garage, eine Halle, die früher als eine Art Theater genutzt wurde und mehrere alte Stallungen, die in der Vergangenheit für verschiedene Zwecke genutzt wurden. Dazwischen gibt es eine Überdachung, die eine Art Innenhof entstehen lässt.

Da die Vorbesitzer sich wenig bis gar nicht um das Haus und die Nebengebäude gekümmert haben, bzw. die Notwenigkeit dazu nicht erkennen konnten, werden wir einen Großteil der ehemaligen Stallungen abreißen. Das steht aber erst nächstes Jahr an, wenn das Haus vernünftig aussieht.

Um den alten Charme des Hauses wiederherzustellen, habe ich mir schon einige Projekte zum Selber machen rausgesucht, um den Kostenaufwand gering zu halten. Was genau das sein wird, werde ich dann zu einem späteren Zeitpunkt verraten ;)

Mittwoch, 10. April 2019

Start in das Gartenjahr 2019

Endlich ist es soweit, das Gartenjahr ist gestartet! (Mittlerweile seit gut zwei Monaten...)


In Anlehnung an den Gartenkalender von Charles Dowding habe ich mich dieses Jahr zurückgehalten und erst in der zweiten Februarwoche angefangen auszusäen. In den vergangenen Jahren haben wir häufig schon im Januar losgelegt. Allerdings birgt ein (zu) früher Start auch immer Tücken. Damit die Setzlinge nicht schon in der ersten Woche lang und spindelig werden, müssen sie in der Regel beleuchtet werden, denn das Tageslicht reicht meist noch nicht aus. Außerdem müssen empfindliche Samen bei konstanten Temperaturen zum Keimen gebracht werden. Meist wird die Fensterbank aber über Nacht noch recht kalt und so verzögert sich die Entwicklung der Pflänzchen.

Wir haben deshalb Mitte Februar die ersten geschützten Aussaaten in Modulen im Gewächshaus vorgenommen. Ausgesät haben wir nur, was mit den noch recht niedrigen Temperaturen gut zurecht kommt. Also Zwiebeln, Rote Beete, Spinat, Salat und in der zweiten Monatshälfte auch Kohl und Lauch. Zusätzlich lassen wir unsere Pflanzkartoffeln schon vorkeimen.



Im Haus ging es ab Ende Februar für uns mit den warmen Vorzuchten weiter. Wir haben Sellerie, Chilis, Paprika, Tomaten und Auberginen auf der Fensterbank stehen und erwarten bald schon die ersten Keime zu sehen.

(Update: Paprika und Auberginen sind leider nicht gewachsen und auch bei den Tomaten haben mich einige Samen im Stich gelassen. Dieses Jahr müssen also leider Pflänzchen dazu gekauft werden. Zugegebenermaßen habe ich aber auch die ältesten Samen benutzt, um meine Saatgutbox etwas auszumisten.)

Neben der Tatsache, dass der März diesen Jahres generell sehr arbeitsreich ist, stehen im März viele Arbeiten im Garten an. Wir passen aktuell die schönen und trockenen Tage ab um Beete vorzubereiten, Pflanzen für unseren neuen Garten zu vermehren, Kompost zu schichten und "Ordnung" in das winterliche Gartenchaos zu bringen.

Dieses Jahr versuche ich dabei ein besonderes Augenmerk auf "Unkrautprävention" zu legen. Die Beete, die bereits vorbereitet sind, werden in einigermaßen regelmäßigen Abständen immer wieder geharkt um keimendes Unkraut direkt am Wurzeln zu hindern. Das hat im letzten Jahr sehr gut funktioniert und wird uns in der Hochsaison dieses Jahr hoffentlich Erleichterung bringen.


Im Vergleich zu den letzten Jahren zeigen unsere Maßnahmen zur Unkrautprävention, also die Bedeckung der Beete mit Mulchmaterial, Harken und möglichst durchgängige Bepflanzung, großen Erfolg. Ich habe das Gefühl, dass die Arbeitslast sich bisher in jedem Jahr verringert hat.

Die Beete, die jetzt noch vorbereitet werden müssen, arbeite ich an guten Tagen sukzessive ab. Dadurch sind mittlerweile 5 der 6 Beete und die Seiten fertig. Es fehlen noch die Gewächshäuser, die aber dieses Wochenende in Angriff genommen werden sollen.

(Update: Die Gewächshäuser sind mittlerweile vorbereitet und werden in spätestens zwei Wochen also Mitte bis Ende April bepflanzt.)


Wahrscheinlich müssen wir ab Anfang Mai nicht mehr jeden Tag in den Garten und werden dann unser Arbeitspensum in 1-2 Tagen erfüllen können müssen. Das geht natürlich nicht, wenn man planlos an die Arbeit herangeht.
Es gilt also den Überblick über Ente, Verarbeitung, Lagerung, Aussaat und Pflege zu behalten und anschließend sinnvoll zu priorisieren.

Hier noch ein paar Schnappschüsse aus dem Garten :)








Donnerstag, 21. März 2019

DIY Kistenregal zur Lagerung unserer Ernte

Letztes Jahr konnten wir durch einen Fehler im Online-Shop eines bekannten Baumarktes Holzkisten, welche sonst 6-7 €/St. kosten für 1 € kaufen. Wir haben also 10 Stück mitgenommen und lagern in ihnen seither Teile unserer Ernte.
Die Kisten sind zwar stapelbar und recht praktisch. Trotzdem stört es mich, dass ich den Stapel jedes mal komplett umschichten muss um an den Inhalt der Kisten zu gelangen.
Also habe ich ein paar passende Unterkonstruktionslatten gekauft und losgelegt.


In meinem aktuellen Wahn Dinge selber zu bauen, habe ich mir also einen Plan gemacht, wie ich eine Art Mini-Wasserkistenregal bauen kann. Dabei ist die folgende Zeichnung entstanden:










Damit die Kisten gut sichtbar sind bzw. man gut hineingreifen kann, sollten sie den richtigen Neigungsgrad haben. Das habe ich einfach durch Ausprobieren festgelegt. Mit einer günstigen Gehrungslade und einigen Einhandzwingen habe ich das Holz auf die richtige Länge gekürzt und die Verbindungsstücke mit Taschenlochbohrungen versehen.




Anschließend habe ich die Rahmen gebaut, indem ich die Beine mit den Abstandshaltern verbunden habe. Dazu habe ich eine großzügige Menge Holzleim und Taschenlochschrauben benutzt. Leider hatte ich die richtigen Klemmen dafür zu Hause liegen lassen, trotzdem ist alles ausreichend grade geworden.
Da der Bit für die Taschenlochschrauben enorm lang ist, musste ich die Schrauben teils von Hand anziehen. Das hat aber auch gut funktioniert, da wir durch Zufall noch entsprechende Adapter im Garten liegen hatten.
Zum Schluss habe ich die Verbindungen zwischen den Rahmen angebracht. Dafür habe ich den Winkel einfach übertragen. Für die zweite Reihe habe ich dann jeweils 55 cm versetzt noch eine Markierung angebracht. Damit alles zum Schluss hübsch aussieht, habe ich die Verbindungen so angebracht, dass die Taschenlochbohrungen zur Wand zeigen. So sind keine Holzverbindungen sichtbar. 

 

Damit das Regal etwas moderner aussieht, habe ich es noch schnell mit weißer Kreidefarbe angemalt. Diese deckt sehr gut und gibt ein schön mattes Finish.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und hoffe, dass wir so einen etwas größeren Nutzen aus unseren Kisten ziehen können. Sobald wir umgezogen sind, wird das Regal in der Einkochküche stehen.




Nachdem es zusammengebaut war, habe ich herausgefunden, dass auch unsere Weidenkörbe sehr gut reinpassen. Die würde ich aber nur auf die untere Etage stellen, denn die dünnen 25 x 44 mm Rahmen tragen nicht so viel. Wer ein belastbareres Regal für z.B. Getränkekisten o.ä. machen möchte, sollte auf etwas dickeres Holz zurückgreifen.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Gartenplanung 2019

In diesem Jahr haben wir eine besondere Herausforderung vor uns. Zum einen wollen wir nicht auf unser gutes selbstangebautes Gemüse verzichten, zum anderen werden wir dieses Jahr wirklich wenig Zeit aber dafür gleich zwei Gärten haben.
Es bedarf also einiger Planung, was wann dieses Jahr umgesetzt werden muss.

Ich bin wiefolgt vorgegangen: Zunächst habe ich festgelegt, welche Minimalanforderungen wir an unsere Selbstversorgung stellen. Dafür habe ich erst einmal nur das Gemüse nach Pflanzengruppen sortiert aufgeschrieben und dann notiert wie viel wir von den einzelnen Gemüsearten brauchen.
Obwohl ich wirklich gerne durch die Saatgutkataloge stöbere und immer neue exotische Sorten ausprobiere, möchte ich mich dieses Jahr vor allem auf unsere Saatgutreserven beschränken.

Also bin ich meine Saatgutbox durchgegangen und habe nach "alt" und "neu" sortiert, damit das ältere Saatgut dieses Jahr aufgebraucht und nicht immer nur neues angebrochen wird. Dabei ist mir aufgefallen, dass wir das meiste bereits da haben. Es fehlte noch Saatgut für Porree, Zwiebeln, Dicke Bohnen und Karotten. Auffällig ist, dass es sich um die Pflanzen handelt, bei denen ich Schwierigkeiten habe sie selbst zu vermehren.

Außerdem werden wir noch einige Saatkartoffeln zukaufen müssen, da die frühe Ernte des letzten Jahres dazu geführt hat, dass viele Kartoffeln im Lager schon gekeimt haben. Bisher plane ich auch die Fläche für die Kartoffeln etwas zu vergrößern, der Symmetrie wegen :)

Da wir planen das Wintergemüse im neuen Garten in ein erstes Beet zu setzen, werden wir im alten Garten nur solches Gemüse anbauen, welches bis Oktober/November abgeerntet sein wird. Es soll deshalb nur ein Acker mit Kartoffeln und die sechs Beete bestellt werden. Der Rest wird mit Rasen eingesät.

Die Beete werden in etwa so aussehen:

Wie man sieht, ist die Beetfläche wie auch der Umfang der einzelnen Gemüsesorten deutlich reduziert. Gleichzeitig habe ich versucht Wert darauf zu legen, besonders lagerfähige, einfache und ergiebige Kulturen zu wählen.
Tomaten werden wir dieses Jahr nur im Tomatengewächshaus ziehen. So werden wir zwar weniger ernten können, aber auch weniger Druck beim Konservieren der Ernte haben.

Es werden wie auch im letzten Jahre Gemüse wie Rote Beete, Zwiebeln und Porree im multi-sow-Verfahren vorgezogen. Weiterhin gibt es Mischkulturen von Gemüse, Kräutern und Pflanzen. Außerdem werden wir auch dieses Jahr mit Rasenschnitt und "Unkraut" mulchen, da die Ergebnisse und die graduelle Verbesserung des Bodens in den vergangenen Jahren zeigen, wie wichtig es ist auch während der Kulturphase kontinuierlich Nährstoffe zuzuführen.
Experimente sind für dieses Jahr erst einmal nicht geplant.

Strukturell wird sich im Garten dieses Jahr nur wenig verändern. Weil die Beetbegrenzungen überall nachgeben habe ich aber überlegt sie zu entfernen. Auf den Wegen soll Gras wachsen um die Pflege zu erleichtern und ohne Begrenzung ist es wohl einfacher für den Rasenmäher.

Donnerstag, 31. Januar 2019

DIY Fußhocker

Wie ich Anfang des Jahres schon erzählt hatte, wollen/müssen wir unsere Heimwerkerfertigkeiten dieses Jahr ausbauen. Weil ich es nicht erwarten kann, endlich mit den Umbaumaßnahmen in unserem Haus loszulegen, habe ich schon einmal mit einem ersten Projekt losgelegt.

Als ich in meine aktuelle Wohnung gezogen bin habe ich mir ein Sofa und einen Ohrensessel gekauft. Eigentlich wollte ich mir damals auch den Fußhocker dazu kaufen. Allerdings hat der Fußhocker genauso viel gekostet wie der Sessel. Dafür war ich entschieden zu geizig. Trotzdem wollte ich immer einen haben, weil das Sitzen auf dem Sessel dadurch wesentlich bequemer wird.

Also habe ich mir tagelang Videos angeschaut und beschlossen, dass es nicht so schwer sein kann, einen Fußhocker zu bauen. Dafür habe dann kurzer Hand eine alte Latte, die noch im Garten herumlag, zurecht gesägt und mit nach Hause genommen.
Für einen Großteil des Materials konnte ich auf Reste zurückgreifen, die ich noch Zuhause hatte. Gekauft habe ich Möbelfüße im Stil derer des Sessels für knapp 22 €, zu meinen Kissen passenden Bezugsstoff für 28 €/mtr, Flanell für 15 €/mtr und eine Schaumstoffplatte für 18 €. Insgesamt war das Projekt also nicht wirklich billig. Vergleichbare Fußhocker kosten z.B. bei Wayfair zwischen 100 - 250 €. Den Pouf, den ich mir sonst gekauft hätte, gibt es dort für etwa 50 €. Insgesamt habe ich also etwa gleich viel ausgegeben, als hätte ich ihn fertig gekauft. Nur jetzt habe ich den selben Stoff, wie meine Sofakissen auf meinem Fußhocker. Das ist schon ziemlich cool.

Hier eine kleine Anleitung, wie ich beim Bau vorgegangen bin:

1) Zuerst habe ich die "Zarge" des Hockers gebaut und bezogen. Dazu habe ich vier Bretter (ca. 55 und 45 cm lang) zu einem Rechteck verschraubt und die Ecken jeweils mit einem 4,5 x 4,5 cm Kantholz verstärkt. Die Löcher habe ich dabei vorgebohrt. Als Auflagefläche für das Kissen habe ich dann noch zwei Leisten verschraubt.


2) Anschließend habe ich die Zarge bezogen. Dafür habe ich zunächst Volumenvlies an alle Seiten getackert und alles was überstand abgeschnitten. Die Kante wird übrigens nur bündig abgeschnitten und nicht doppelt gelegt. Dann habe ich einen Schlauch aus Flanell genäht. Dabei habe ich darauf geachtet, dass er breit genug war um sowohl oben als auch unten genug Überhang zu haben. Das Flanell wurde dann jeweils an der oberen und unteren Kante getackert. Es ist übrigens hilfreich den Stoff mit Stecknadeln zu fixieren, damit er nicht zu stark verrutscht. An den Kanten habe ich zuerst die Mitte fixiert und dann den Stoff darum versucht gleichmäßig zu verteilen.


3) Ich habe aus der Restekiste unseres lokalen Holzhandels ein Stück einer 20 mm Spanplatte mitgenommen und passend als Auflage für die Zarge zurechtgesägt und verleimt. Darauf habe ich dann die Schaumstoffplatte geklebt und bin wieder genauso vorgegangen wie bei der Zarge. Anschließend habe ich noch ein Paspelband hergestellt und um die Kante der Auflage getackert. Die musste ich leider noch einmal komplett entfernen, weil sie etwas zu weit nach hinten gerutscht war. Danach war ich mit dem Ergebnis aber durchaus zufrieden und habe die Auflage an die Leisten der Zarge geschraubt. Weil sich nun doch ein Zwischenraum gebildet hatte, habe ich noch einen Recht dünne Spanplatte dazwischen gelegt.



4) Die Füße des Hockers habe ich unbehandelt gekauft, weshalb ich sie noch mit drei Schichten Holzlasur behandeln musste. Dann war ich mit der Farbe zufrieden. Die Füße habe ich gleich mit Platte bestellt, um mir etwas Denkarbeit zu sparen. Deshalb mussten sie nur noch in die Ecken geschraubt werden. Alle Löcher habe ich dafür markiert und vorgebohrt.
Noch ein Tipp, falls ihr auch einmal ein solches Projekt angehen wollt: Passt auf, dass sich die Fäden des Stoffs nicht um den Bohrer wickeln... In dem Fall könnt ihr mit einem Schraubendreher den Bereich um das Bohrloch etwas freischaben.


Und so sieht das ganze nun aus (das Bild im Hintergrund wird noch aufgehangen ;)):


Ich finde, der Fußhocker kann sich durchaus sehen lassen!

Samstag, 26. Januar 2019

Gartenrundgang November / Dezember 2018

Im Winter verändert sich der Garten, entgegen der allgemeinen Meinung, immer noch drastisch. Auch wenn langsam alle Blüten verblühen und die Bäume immer kahler aussehen, kann man, bei genauerer Betrachtung noch Wachstum bzw. Veränderung erkennen.

Interessant finde ich dabei vor allem, dass sich überall kleine Pilze aus dem Boden drücken. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass es dem Boden gut geht und sich mittlerweile unterirdisch ein durchgängiges Myzel gebildet hat. Das Myzel ist deshalb so wichtig, weil es durch Symbiose die umgebenen Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Anders als in Gärten, die häufig umgegraben werden und das Myzel ständig verletzt wird, kann sich so ein Boden ausbilden, der dem eines Waldes ähnelt. Dort ist der Boden zumeist mit vielen Mikroorganismen und Nährstoffen ausgestattet.
Die sichtbaren Pilze an der Oberfläche sind dabei nur die Spitze des Eisbergs.


Weil der Herbst, genau wie der Sommer, ungewöhnlich warm war, sprießen schon wieder einige Beerenbüsche. Ich beobachte das mit einer gewissen Sorge, denn ich fürchte, dass das baldige Einsetzen des Frostes sehr kräftezehrend für die Pflanzen sein wird. Da ich mir aber nicht ganz sicher bin, ob es in den letzten Wintern ähnlich war und ich so oder so einfach abwarten muss, mache ich mich nicht mit Frostschutzmaßnahmen verrückt.


Wir Ernten aktuell vor allem Wurzeln und Kohl. Leider habe ich den Zeitpunkt verpasst, an dem ich Salate ins Gewächshaus hätte setzen können. Deshalb konnte ich meine späten Aussaaten nur durch Mini-Plastiktunnel schützen und werde wohl bald herausfinden, ob das genug Schutz für die Pflanzen darstellt.


Wichtige Arbeiten sind aktuell vor allem Aufräumen, Einlagern und Beschneiden. Während der Saison häufen sich alle möglichen Stützen, Markierungen und andere Helfer in den Beeten an. Diese müssen entfernt und sauber für den Winter verstaut werden.
Wir haben in den letzten Jahren immer wieder Wurzelgemüse an Wühlmäuse verloren, deshalb lohnt es sich die Wurzeln in Sandkisten einzulagern. Dazu wird das Gemüse von seinem Laub, aber auf keinen Fall von der anhaftenden Erde, befreit und locker in Kisten gelegt. Das Gemüse sollte sich nicht berühren. Es können aber so viele Schichten gelegt werden, wie man möchte. Drei sind z.B. sinnvoll.


Ich habe in den letzten Wochen beobachtet, dass es auch auf den unbenutzten Beeten große Unterschiede gibt. Die Beete, die z.B. mit Rasenschnitt abgedeckt wurden, sind bei weitem nicht so stark mit Unkraut bewachsen, wie freie Flächen. Besonders auffällig ist das auf dem letztjährigen Kartoffelacker. Dort hatte ich nicht genug Rasenschnitt für eine kleine Fläche. Diese ist jetzt komplett mit Vogelmiere überwachsen und muss deshalb zukünftig viel stärker bearbeitet werden.

Außerdem beschneiden wir gerade unser Obstspalier und die Beerensträucher, wenn sie ungünstiges Wachstum zeigen. Darunter fällt z.B. wenn die Äste einander Kreuzen, sehr dicht wachsen oder in einen Weg hineinragen. Besonders bei den Apfel- und Birnenbäumen entfernen wir jetzt die Wassertriebe, die sich im Spätsommer gebildet haben.



Auch den Hühnern geht es immer noch gut. Sie sind alle vital und scheinen die kalte Jahreszeit bisher gut zu verkraften. Damit sie noch einen weiteren Unterstand haben, haben wir ihnen aus ein Bambusstangen und ein bisschen Kräutergrünschnitt ein Tipi gebaut. Bisher ist es vor allem der Neugier der Hühner zum Opfer gefallen. Sie verbringen viel Zeit damit es zu inspizieren und wo sie können auseinander zu pflücken. Wir haben uns kürzlich von den zwei Vorwerkhennen Ella und Maria getrennt, da sie dringend in einem anderen Stall benötigt wurden. Dort hatten zwei von drei Hühnern leider (auf natürliche Weise) das zeitliche gesegnet. Da wir kein weiteres Huhn aufnehmen konnten, das einzelne Huhn aber auch nicht alleine bleiben sollte, haben wir die beiden dazugesetzt.



Dienstag, 8. Januar 2019

Neujahresüberraschung

Willkommen im Jahr 2019!
Ich hoffe, ihr hattet alle besinnliche Weihnachtsfeiertage und seid gut ins neue Jahr gerutscht.

In den letzten Monaten ist es etwas ruhig um meinen Selbstversorgergarten geworden. Nicht etwa, weil wir weniger im Garten machen, sondern weil wir bald samt Garten umziehen wollen.
Wir haben ein Haus mit einem schön großen Garten gekauft und sobald wir alles ein wenig hergerichtet haben, wollen wir unseren aktuellen Garten aufgeben.

Unser Vorhaben wird uns enorm fordern, viel Einsatz und Arbeit abverlangen und wahrscheinlich nie gänzlich fertig werden. Dafür ist der Lohn ein eigenes Stück Land, welches man (im gesetzlich vorgegebenen Rahmen) seine eigenen Vorstellungen umsetzen kann. Die Pläne stehen schon zu einem großen Teil, werden sich aber mit der Zeit wahrscheinlich noch stark verändern.
Das Haus wir in drei Monaten übergeben und erst dann wissen wir, woran wir wirklich sind.

Weil wir unser neues Haus wirklich kennen lernen wollen und natürlich auch einige Kosten für teure Handwerker und Möbel sparen möchten, werden wir versuchen einiges selbst zu machen. Die Abenteuer, die wir dabei erleben werden, möchte ich gerne mit euch teilen.

Besonders fordern wird für uns die Zeit in der wir zwischen Arbeit, Wohnung, Garten und neuem Haus hin und her pendeln müssen. Dafür haben wir schon einige Pläne gemacht, aber die Realität wird uns wohl bald in unsere Schranken weisen.

Wir wollen unseren Garten dieses Jahr noch einmal bestellen. Wir planen nur Pflanzen anzubauen, die wenig Pflege benötigen und erst spät im Jahr geernet werden müssen. Außerdem wollen wir die Hühner so schnell es geht, an das Haus bringen. Dadurch würden wir viel Zeit einsparen und nur noch etwa einmal die Woche in den Garten fahren müssen um nach dem Rechten zu sehen. Die Hühner werden auch im neuen Zuhause zusätzlich zu einem Freigehege eine Voiliere haben, sodass sie auch bei eventueller Stallpflicht ausreichend Auslauf bekommen.

Um den neuen Garten vorzubereiten, habe ich schon angefangen, von einige Sträuchern Ableger zu nehmen. Zum Glück wissen wir mittlerweile etwas besser, was gut funktioniert und wie viel wir etwa von allem brauchen. Einen kompletten Plan werde ich wahrscheinlich im kommenden Monat hochladen.


Wenn alles wie geplant läuft, ist aber der alte Garten nicht komplett aus der Welt. Wir planen ihn meiner Schwester und meinem Schwager zu übergeben. Dadurch verlängert sich die Übergabezeit und wir geraten nicht allzu sehr unter Zeitdruck.

In unserem Familien- und Freundeskreis gab es zu dem neuen Abenteuer bisher gemischte Reaktionen. Manche verstehen nicht, warum wir ein altes Haus mit Eigenheiten haben wollten. Andere können nachvollziehen, dass man nicht in einem Standardhaus mit winzigem Garten leben möchte. Umso wichtiger ist es, die sich bietenden Unwegsamkeiten zu meistern.